Gerade habe ich einen sehr interessante DRS3-Podcast über die populäre Freikirche ICF fertig gehört. Diese Kirche zeichnet sich dadurch aus, dass äusserst konservative, kirchliche Werte in einer poppigen, lauten und modernen Verpackung präsentiert werden. Mit trendigen Anglizismen wird aus einer staubigen Predigt eine Celebration, der Pfarrer heisst Speaker und Bibelgruppen nennen sich Smallgroups. An den Celebrations wird die Orgel durch eine Rockband ersetzt und die Kerzen durch farbige Scheinwerfer und künstlichen Nebel. Diese moderne Aufmachung scheint primär vielen Jugendlichen zu gefallen.
Aber was bringt einem die Teilnahme beziehungsweise Mitgliedschaft in dieser Kirche?
- Ein soziales Umfeld, in welchem man sofort aufgenommen wird
- Neue Freunde
- Eine geordnete (Lebens)-Struktur mit klaren Regeln
- Grosse Events, welche ein grosses Gemeinschaftsgefühl vermitteln
Diese Punkte dürften nicht jeden ansprechen. Aber leicht verunsicherte Leute, die ein bisschen den Halt im Leben verloren haben werden hell begeistert sein. Aber diese Münze hat auch eine andere Seite:
- ICF pflegt ein absolut Duales Weltbild: Gut und Böse, für oder gegen Jesus. Dazwischen gibt es nichts.
- Die Gemeinschaft ist sehr einnehmend, der Freundeskreis besteht bald nur noch aus gleichgesinnten ICF-Mitgliedern
- Es wird begrüsst, wenn man einen Zehntel des Lohnes an die Kirche abtritt
Nun mein Punkt, worauf ich raus will: Grundsätzliche finde ich es begrüssenswert, wenn eine Organisation jungen Menschen halt und einen sinnvollen Sinn im Leben gibt, der nicht nur aus Alkohol und Drogen besteht. Aber warum muss es ausgerechnet die Kirche sein? Warum muss man ein radikales Weltbild predigen?
Könnte man nicht eine gleich coole Organisation gründen, die Spass macht und die Leute zusammenbringt? Einfach ohne ihr Denken in eine bestimmte Richtung zu lenken und den freien Willen zu beschneiden? Oder gibt es so eine Organisation schon, aber niemand geht hin? Deine Meinung ist gefragt!